Werbung mit Testergebnissen

Werbung mit Testergebnissen, beispielsweise von der Stiftung Warentest, ist ein echter Umsatzbringer – sie ist aber auch nicht ganz ungefährlich. Erst jüngst haben das Kammergericht und das OLG Frankfurt a.M. zwei entsprechende Werbungen getestet. Das Urteil lautete in beiden Fällen: Mangelhaft!

Das Kammergericht (Urteil vom 11. Februar 2011 – 5 W 17/11) hatte über eine Werbeanzeige in einem Prospekt zu entscheiden, in der zwar das Testergebnis und der Veranstalter des Tests deutlich hervorgehoben waren, die Fundstelle des Tests war dagegen kaum zu erkennen. Die Richter hatte offenbar größte Mühe, die Fundstelle zu entziffern:

„Dabei sind die Angaben zu den Fundstellen der Testergebnisse so klein (in etwa 3-Punkt-Schrift) abgedruckt, dass sie – allenfalls – mit ganz erheblicher Konzentration und Mühe erkannt werden können. Die Buchstaben und Zahlen sind konturenschwach ausgebildet (dünne schwarze Buchstaben und Zahlen auf einem weißen/leicht grauen Hintergrund betreffend „Öko-Test“, dünne weiße/leicht rötliche Buchstaben und Zahlen vor einem roten Hintergrund betreffend „selbst ist der Mann“). Sonstige, die Lesbarkeit fördernde Umstände sind (bis auf den Umstand, dass es sich um kurze Informationen handelt) nicht vorhanden. Das Schriftbild ist abschreckend.“

Das Kammergericht stellt damit eine schwer zu entziffernde Fundstellenangabe einer gänzlich fehlenden Fundstellenangabe gleich. In beiden Fällen, so das Gericht, erschwere der Werbende dem Kunden die Möglichkeit, den gesamten Test selber zu lesen und so das Testurteil der beworbenen Ware in einen Gesamtzusammenhang zu setzen.

Das OLG Frankfurt a.M. (Urteil vom 13. Januar 2011 – 6 W 177/10) erklärte eine Werbung für unzulässig, in der der Werbende einen Nassrasierer mit dem Testurteil „Gut 2,2 Ausgabe 12/2010“ bewarb, aber nicht darauf hinwies, dass das Produkt in dem Test nur den 6. Platz unter 15 getesteten Nassrasierern belegt hatte. Zwar liege der beworbene Nassrasierer (knapp) über der Durchschnittsnote; der Verbraucher bekomme durch die Werbung mit dem Testurteil „Gut“ aber den Eindruck, dass ein herausragender Platz im Testfeld erreicht worden sei. Dies war aber ersichtlich nicht der Fall, insbesondere hatten zwei Konkurrenzprodukte deutlich bessere Ergebnisse erreicht, nämlich das Prädikat „Sehr Gut“ mit Noten von 1,4 und 1,5.

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