Ein Preis, den keiner haben will…

Diesen Preis wird sich der Gewinner sicher nicht in die Schrankwand stellen: Foodwatch hat 5 Produkte für die Wahl zur „dreistesten Werbelüge“ nominiert. Der Gewinner wird mit dem Goldenen Windbeutel 2011 ausgezeichnet.

Nominiert sind  die „Schlemmertöpfchen Gürkchen“ von Kühne, die „Ferdi Fuchs Mini-Würstchen“ von Stockmeyer, der „Activia“-Joghurt von Danone und die „Milch-Schnitte“ von Ferrero und die „Nimm2“-Bonbons von Storck. Schon die Nominierung sorgte für Wirbel: Der Lebensmittelkonzern Danone, der den Preis schon im Jahr 2009 mit dem Joghurtdrink „Actimel“ gewann, wehrt sich gegen die mit der Nominierung verbundenen Vorwürfe und kritisiert, Foodwatch führe die Verbraucher mit seinen Aussagen selbst „in die Irre“.

Apropos Irreführung: Ob die nominierten Produkte auch irreführend im Sinne des § 5 UWG beworben werden, ist keineswegs sicher. So kritisiert Foodwatch etwa, dass mit der Werbekampagne für die „Milch-Schnitte“ ein sportliches Image kreiert werde, obwohl das Produkt zu ungefähr 60 Prozent aus Fett und Zucker bestehe. Es mag ja sein, dass auch die Klitschko-Brüder in ihren Trainingspausen zu gesünderen und nachhaltigeren Snacks greifen, eine Irreführung dürfte in der Werbung aber nicht liegen.

Um eine juristische Bewertung geht es Foodwatch aber auch gar nicht. Bei den „Nimm2“-Bonbons sind die selbsternannten „Essensretter“ selbst der Ansicht, dass sich der Hersteller Storck wegen seiner Werbung nicht vor Klage fürchten müsse. Gleichwohl werde mit einer ausgeklügelten Werbestrategie versucht, den Verbrauchern einzureden, die Bonbons seien die „irgendwie besseren Süßigkeiten“.

Wer selbst einen Blick auf die Nominierten werfen will, kann dies in dem Video von Foodwatch tun.

Auch die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e. V. beklagt in ihrem Jahresbericht 2010 übrigens eine Zunahme der Beschwerden über irreführende Werbung.

UPDATE 1 (18.5.2011): Mittlerweile wehrt sich auch Storck gegen die Nominierung. Wie das Portal horizont.net berichtet, wirft der Süßwarenhersteller Foodwatch Parteilichkeit vor und begründet dies unter anderem damit, dass die Organisation des Gründers Thilo Bode mit einer Spende eines konkurrierenden Süßwarenherstellers in Höhe von 250.000 Euro gegründet worden sei. Mehr zu den weiteren Vorwürfe von Storck und wie Foodwatch auf die Kritik reagiert, lesen Sie hier.

UPDATE 2 (17.6.2011): And the winner is… Foodwatch verleiht den Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge 2011 der Milch-Schnitte von Ferrero. Wie Foodwatch mitteilt, stimmten von mehr als 117.000 Verbrauchern über 51.000 für die Milch-Schnitte.

Ein Gedanke zu „Ein Preis, den keiner haben will…

  1. Einen Kracher hatten wir erwartet, doch dann zauberte Foodwatch wieder nur die üblichen Verdächtigen aus der Trümmerkiste. Ein aufgedeckter Skandal? Fehlanzeige. Einleuchtende Argumentationen? Von Wegen. Die Nominierungen sind ein Beweis dafür, dass Foodwatch das Ziel erreicht hat, sich selbst überflüssig zu machen – ob aus eigener Kraft, sei dahingestellt.

    Ein detailliertes Review der Vorwürfe gibt es hier: http://stenographique.wordpress.com/2011/05/17/abgespeist-foodwatch-schafft-sich-selbst-ab/

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