„Punching Ball“: Jauch gewinnt

Schon der Titel des Buchs “Ich war Günther Jauchs Punching-Ball. Ein Quizshow-Tourist packt aus” kann dem Moderator vermutlich nicht besonders gefallen haben. Noch weniger gefiel ihm indes das Cover, das ein verfremdetes Foto von ihm mit heruntergezogenen Mundwinkeln zeigt. Wie schon berichtet, erhob Jauch dagegen Klage. In erster Instanz hat er jetzt gewonnen. Das Landgericht Hamburg untersagte die Veröffentlichung mit Urteil vom 14. Oktober 2011 · 324 O 196/11.

Das Gericht führt aus, die Veröffentlichung des Bildes sei nicht nach § 23 Abs. 1 KUG ohne Einwilligung rechtmäßig. Denn selbst wenn das Buch über die von dem Kläger moderierte Quizshow, auf dessen Cover das Bild befindlich ist, ein zeitgeschichtliches Ereignis, die im Rahmen des Bildnisschutzes zu einer Zulässigkeit der Veröffentlichung führen kann, ergebe sich die Unzulässigkeit aus der Bildbearbeitung, die den Kläger als körperlich fehlgebildet und unproportioniert darstelle, was nicht den Tatsachen entspreche. Eine solche Bildmanipulation begründe eine Persönlichkeitsverletzung.

Anders könne die Rechtslage zwar bei einer satirischen Verfremdung eines Bildes sein, das Bild sei aber nicht in einen satirischen Kontext eingebettet. Weder anhand des Titels noch ausweislich des den Inhalt beschreibenden Textes auf der Buchrückseite ergäben sich Hinweise auf einen satirischen Inhalt.

Im Ergebnis ist die Entscheidung richtig. Die Ausführungen des Landgerichts zum satirischen Inhalt des Covers sind zwar zweifelhaft, weil der Titel ersichtlich einen satirischen Anklang hat. Im Ergebnis ist aber vor allem entscheidend, dass die Manipulation nicht ohne weiteres erkennbar war, so dass das Cover jedenfalls eine unwahre Tatsachenbehauptung über das Aussehen des Moderators enthält.

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