„Ich bin ein Supermodel – holt mich hier als erstes raus“

Wer schon einmal mehrere Stunden in einem auf freier Strecke stehenden ICE verbracht und dann auch noch die freudige Nachricht erhalten hat, dass der Zug „aufgrund einer Triebfahrzeugstörung“ evakuiert werden muss, kann sich vorstellen, dass der Drang groß ist, endlich raus und schnell ans Ziel zu kommen.  So soll es auch einem Supermodel gegangen sein, das in einem solchen Zug saß.

© Torsten Born / pixelio.de

Ein Online-Portal meinte, die sensationelle dpa-Meldung veröffentlichen zu müssen, das Model habe eine Vorzugsbehandlung erhalten und den Zug als erste verlassen dürfen. Diese Meldung war nun leider eine Ente und das Model wehrte sich gegen die Berichterstattung.

Zu Recht, wie nun das LG Hamburg mit Urteil vom 11.11.2011  – 324 S 8/11 – entschied. Dies berichtet der Blog rechtsportlich.net.

Interessant an der Entscheidung ist, dass sich das Portal auf das so genannte Agenturprivileg berief, also darauf, dass es eine (gegebenenfalls auch falsche) Agenturmeldung durch die Medien ohne eigene Recherche übernommen werden darf. Grundsätzlich ist dies zwar richtig, das Privileg griff aber nach Auffassung der Hamburger Richter nicht, weil die Agentur ihrerseits die Meldung ohne eigene Recherche übernommen und verbreitet hatte. Wörtlich heißt es in der Urteil:

„Wird aber von einer Presseagentur lediglich eine Zeitungsmeldung weiterverbreitet und dies auch deutlich gemacht, greift für diese Meldung das Agenturprivileg nicht ein.“

Na dann: Thank you for choosing dpa.

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