Teure Fritten

Das waren sicherlich die teuersten Fritten im Leben einer Münchener Galeristin: 2.000,00 EUR muss sie nach einem Urteil des OLG München vom 9. Februar 2012 – 23 U 2198/11 – zahlen, weil sie ihre Pflicht zur sorgfältigen Aufbewahrung verletzt hat. Und die hätte in diesem Fall weder in der Fritteuse noch im Tiefkühlfach erfolgen sollen…

© Rainer Sturm / pixelio.de

Der Hintergrund: Die Pommes hatten 1990 als Vorlage für ein Kunstwerk in Kreuzform aus Gold namens «Pommes d’Or» gedient. Der Künstler Stefan Bohnenberger hatte bei seiner Trennung von der jetzt verklagten Galeristin zunächst das eigentliche Kunstwerk herausverlangt und erhalten, später auch die Vorlagen. Die aber waren verschollen.

Das Gericht sprach den Fritten einen wirtschaftlichen Wert unabhängig von der Prüfung der Schutzfähigkeit nach dem Urheberrecht zu. Eine Zeugin hatte ausgesagt, Sie hätte 2.500,00 EUR für den Kauf der Fritten gezahlt, wenn diese noch vorhanden gewesen wäre.

Von dem Schadensersatz wird sich der Künstler ein paar neue, frische Fritten kaufen können.

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