Der Papst rudert zurück

Es hätte ein großes Spektakel werden sollten: Morgen, am 31. August 2012, sollte vor dem Landgericht Hamburg über den Widerspruch verhandelt werden, den die Satirezeitschrift Titanic gegen die von Papst Benedikt erwirkte einstweilige Verfügung erhoben hat. Die Redaktion wollte, wie Spiegel Online berichtet, komplett anreisen und sich symbolisch an den Michel ketten. Daraus wird nun nichts – wie das Landgericht in einer Pressemitteilung berichtet, hat der Papst seinen Antrag zurückgenommen.

Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Vermutlich wird der Vatikan zu der späten Einsicht gelangt sein, dass der Prozess, egal wie er ausgeht, nur einer Seite genützt hätte: Der Titanic. Der Werbeeffekt ist schon jetzt gigantisch.

Dabei wären die Aussichten, morgen zu obsiegen, für den Papst nicht schlecht gewesen. Das Landgericht Hamburg wäre vermutlich von seiner durch den Erlass der Verfügung zum Ausdruck gebrachten Auffassung, dass die Abbildung des Papstes mit einer vorne gelb und hinten braun befleckten Soutane auf dem Titanic-Cover unzulässig war, nicht abgerückt – auch wenn diese Auffassung zweifelhaft ist. Eine ausführlichere rechtliche Würdigung der Vorgänge gibt es hier und in einem Interview, das Dr. Cornelius Renner im NDR gegeben hat.

LTO berichtet unterdessen, dass die Titanic trotz der Aufhebung des Termins vor dem Gericht erscheinen und die nun wieder erlaubten Hefte verteilen will.

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