Gegendarstellung zu Liebes-Drama?

Der Begriff „Liebes-Drama“  taucht – zumindest gefühlt – auf jeder zweiten Titelseite von Zeitschriften auf, die bevorzugt in Friseur-Salons und im Wartezimmer von Zahnärzten ausliegen – meist im Zusammenhang mit mehr oder weniger wichtigen B-Prominenten. Endlich hat ein Betroffener  jetzt versucht, sich zu wehren – mit einer Gegendarstellung mit dem romantischen Inhalt:

„Hierzu stelle ich fest: Es gibt kein Liebes-Drama.“

Das LG Offenburg hat den Erlass einer einstweiligen Verfügung, mit der der Zeitschrift der Abdruck aufgegeben werden sollte, mit Beschluss vom 30. August 2012 – 2 O 301/12 – zu recht verweigert.

Der beanstandete Satz „… Liebes-Drama“ enthalte keine gegendarstellungsfähige Tatsachenbehauptung. Als Tatsachenbehauptung werde eine Aussage angesehen, wenn sie konkrete, nach Raum und Zeit bestimmte, der Vergangenheit und der Gegenwart angehörige Geschehnisse oder Zustände der Außenwelt oder des menschlichen Seelenlebens betreffe. Daran fehle es. Wörtlich führt das Gericht aus:

Das Wort „Drama“ ist ein Oberbegriff für Texte mit verteilten Rollen, die „Dramatik“ ist neben Ethik und Lyrik eine der drei grundlegenden literarischen Gattungen (vgl. http://de.www.wikipedia.org/wiki/Drama). Das Wort Liebe bezeichnet eine Gefühlsregung im Sinne der stärksten Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden in der Lage ist (http://de.wikipedia.org./wiki/Liebe).

Der Passus „Liebes-Drama“ enthalte damit keine Aussage zu Geschehnissen oder Zuständen der Außenwelt oder des menschlichen Seelenlebens.

Der Antragsteller könnte immerhin darauf ausweichen, seine Liebeserklärung im Anzeigenteil der Zeitschrift unterzubringen.

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