Im Juli 2015 habe ich über eine Entscheidung des OLG Stuttgart berichtet, das die Ausstrahliung von Filmmaterial des SWR, der mit versteckter Kamera bei der Daimler AG für einen Beitrag zur niedrigen Entlohnung von Leiharbeitern gefilmt hatte, für zulässig hielt. Die Entscheidung ist jetzt rechtskräftig. Wie beck-aktuell meldet, hat der BGH die dagegen eingelegte Nichtszulassungsbeschwerde mit Beschluss vom 28. September 2016 – VI ZR 427/15 – zurückgewiesen.

Das OLG Stuttgart hatte ausgeführt, trotz der rechtswidrigen Beschaffung des Bildmaterials sei aber die Ausstrahlung in der Sendung vom 13. Mai 2013 in einer Abwägung mit der Meinungs- und Rundfunkfreiheit aus Art. 5 Abs. 1 Grundgesetz nicht rechtswidrig. Das öffentliche Interesse überwiege auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass das Fernsehteam die rechtswidrigen Aufnahmen sogar selbst angefertigt habe.

Es ist bisher weder eine Begründung noch eine Pressemitteilung veröffentlicht. Allerdings wird eine Begründung, die es nicht zwingend überhaupt geben muss (§ 544 Abs. 4 S. 2 ZPO), vermutlich keine neuen Erkenntnisse zur Frage der Verwertung rechtswidrig erlangter Informationen bringen, weil der BGH sich nur mit dem Vorliegen der Zulassungsgründe (grundsätzliche Bedeutung, Divergenz zu einer anderen OLG- oder BGH-Entscheidung) auseinandersetzen wird. Immerhin kann man allerdings davon ausgehen, dass der BGH die Revision vermutlich zugelassen hätte, wenn er die Sache grundsätzlich anders beurteilt hätte als das OLG Stuttgart.

Denkbar ist nun nur noch eine Verfassungsbeschwerde.