Werden in den Medien unwahre Tatsachen über eine Person veröffentlicht, kann der Geschädigte unter Umständen von dem verantwortlichen Medium Berichtigung  verlangen.

Voraussetzung ist zunächst die Verbreitung solcher Tatsachen, deren Unrichtigkeit positiv feststeht. Zweifel oder die Wahrscheinlichkeit der Unwahrheit genügen nicht. Jedoch ist es ausreichend, wenn eine Veröffentlichung teilweise unwahr ist, um diesbezüglich eine Berichtigung  zu fordern. Ist eine Veröffentlichung im Ganzen unwahr, kann sogar der Widerruf der gesamten Aussage verlangt werden.

Eine Berichtigung  von Werturteilen ist nicht möglich, da diese dem Grundrechtschutz der Meinungsfreiheit des Art. 5 I GG unterliegen. Gegen Beleidigungen steht dem Geschädigten nur strafrechtlicher Schutz zu.

Als weitere Voraussetzung müsste durch die unrichtige Behauptung eine noch andauernde Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts des Geschädigten entstanden sein. Allein dadurch, dass die Aussage nicht wiederholt wird oder deren Urheber sich von ihr distanziert, sind deren Folgen nicht in jedem Fall beseitigt. Beispielhaft für den Zustand fortwirkender Störung sind ehrverletzende oder rufschädigende Tatsachenbehauptungen, die sich derart im Gedächtnis der Bevölkerung festgesetzt haben, dass aus ihnen auch zukünftig Schäden für den Betroffenen fließen.

Durch die Berichtigung  wird das Medium verpflichtet, die getätigte Aussage  zu berichtigen. Hierin liegt der wesentliche Unterschied zur Gegendarstellung, die dem Geschädigten selbst das Recht einräumt zu der Falschmitteilung Stellung zu nehmen.

Damit die Berichtigung  ihren Zweck erreicht, muss sie einen der Falschmeldung entsprechenden Adressatenkreis erreichen, mithin an vergleichbarer Stelle veröffentlicht werden. Das bedeutet am Beispiel eines Zeitungsartikels, dass beide Meldungen in der Größe des Drucks, Positionierung auf der Seite und in der Wahl der Rubrik weitestgehend übereinstimmen müssen. Zu beachten ist hierbei der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die Rechtspositionen des Geschädigten und des Schädigers sind in einen gerechten Ausgleich zu bringen. Zwar muss die Berichtigung  die Beeinträchtigungen beseitigen, sie darf jedoch nicht dazu dienen, dem Geschädigten Genugtuung zu verschaffen oder ein unrichtiges Bild des Sachverhaltes hervorzurufen.

Folgende Formen der Berichtigung gibt es:

  • Widerruf (nur bei schuldhaften Falschäußerungen)
  • Richtigstellung
  • Nichtaufrechterhaltung
  • Distanzierung
  • Ergänzung

 

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