Die EBU ist ein Zusammenschluss von 74 – zumeist öffentlich-rechtlichen – Rundfunkanstalten (z.B. auch ARD und ZDF) aus 56 Ländern. Wichtigster Bestandteil der EBU ist das so genannte Eurovisionssystem, das den Teilnehmern ermöglicht, gemeinsam Übertragungsrechte für internationale Sportveranstaltungen zu erwerben und untereinander unentgeltlich Programminhalte auszutauschen. Aktiv wird die EBU insbesondere bei der Vergabe der Übertragungsrechte an den Olympischen Spielen durch das IOC.

Anders als bei der Zentralvermarktung, bei der mehrere Anbieter ihre Rechte gemeinsam an einzelne Nachfrager vergeben, stellt sich die Situation beim zentralen Rechteinkauf umgekehrt da: hier schließen sich mehrere Nachfrager zusammen und treten einem einzelnen Anbieter gegenüber. Die europäischen Gerichte sehen das Einkaufsmodell der EBU kritisch. Zweimal kassierten sie die zuvor von der EU-Kommission erteilten kartellrechtlichen Freistellungen vom Kartellverbot wieder ein. Das Argument der EU-Kommission, das System ermögliche vor allem kleinen Fernsehsendern aus kleineren Ländern den Zugang zu den attraktiven Übertragungsrechten, ließen die Richter nicht gelten. Vor allem kritisierten sie die Bestimmungen zur Unterlizenzierung. Diese sorgten dafür, dass es TV-Stationen, die nicht zur EBU gehören, kaum möglich sei, Unterlizenzen für die nicht verwerteten Eurovisionsrechte für Direktübertragungen zu erwerben.

Die Übertragungsrechte für die Winterspiele 2014 in Sotschi und die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro sicherten sich ARD und ZDF übrigens erstmals nicht über die EBU, sondern direkt beim IOC. Das IOC wollte die Übertragungsrechte nicht an die EBU verkaufen, weil es sich durch einen Einzelverkauf an die nationalen Stationen höhere Erlöse verspricht.

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