Auch wenn sich Juristen gerne streiten, über eines sind sie sich einig: das „Fernsehübertragungsrecht“ an einer Sportveranstaltung steht dem jeweiligen Veranstalter zu. Dann ist aber auch schon Schluss mit der seltenen Einigkeit. Die Frage, wer denn nun „Veranstalter“ eines Sportereignisses ist, wird unterschiedlich beantwortet. Am Beispiel eines Fußballspiels lässt sich erkennen, dass die Antwort auch gar nicht so leicht ist. Als Veranstalter in Betracht kommen etwa die Spieler selbst, das Heimteam alleine oder vielleicht auch zusammen mit dem Gästeteam und auch die DFL und der DFB haben zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Die Rechtsprechung sieht als „Veranstalter“ denjenigen, der nicht nur das wirtschaftliche Risiko der Veranstaltung trägt, sondern auch die wesentlichen Voraussetzungen für die Austragung des Spiels schafft, zum Beispiel indem er die Spielstätte bereit stellt, den Kartenverkauf regelt, den Zu- und Abgang der Zuschauer in Absprache mit der Polizei und den örtlichen Verkehrsunternehmen organisiert und die Gehälter der Spieler und Trainer übernimmt.

Dies alles wird in der Regel auf den Heimverein zutreffen; aber auch die beteiligten Verbände, bei Fußballspielen etwa die DFL und/oder der DFB, kommen zumindest als Mitveranstalter in Betracht, da sie die Wettbewerbe ins Leben gerufen und durch die jahrelange Vermarktung erst zu dem gemacht haben, was heute Millionen von Fernsehzuschauern fasziniert.

In der Praxis lassen es die Beteiligten auf diese Frage meist gar nicht ankommen, sondern regeln in Satzungen oder anderen Vereinbarungen selbst, wer die Fernsehübertragungsrechte wahrnehmen und vermarkten darf. Übertragen die einzelnen Vereine einer Liga die jeweiligen Fernsehübertragungsrechte an eine Institution (etwa an die DFL), schließt sich die Frage an, ob eine solche Zentralvermarktung gegen das Kartellverbot verstößt.

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