Das Angebot von Gewinnspielen ist in vielen Bereichen ein exzellentes Marketinginstrument, vor allem im Internet. Damit die Aktionen nicht „nach hinten losgehen“, gibt es Einiges zu beachten:

Darf ich den Produktkauf als Anreiz mit einem Gewinnspiel für die Kunden koppeln?

Wenn die Teilnahme an einem Gewinnspiel vom Kauf eines Produkts abhängig gemacht wird, so ist diese Art der Werbung unzulässig. Das gilt übrigens nur, wenn das Gewinnspiel vom Produkt getrennt ist. Wirkt sich das Gewinnspiel unmittelbar auf den Preis des erworbenen Produkts aus, so ist dies nach der Rechtsprechung zulässig („Jeder 100. Kunde erhält den Einkauf gratis“).

Darf ich wenigstens darauf hinweisen, dass die Gewinnchancen mit dem Kauf eines Produkts steigen?

Nein, es ist ebenfalls unzulässig, damit zu werben, dass sich durch den Erwerb eines Produktes die Gewinnchancen bei der Teilnahme an einem Gewinnspiel erhöhen.

Muss ich Teilnehmebedingungen veröffentlichen?

Dazu gibt es zwar keine grundsätzliche Pflicht. Da die Bedingungen der Teilnahme aber für den Verbraucher klar sein müssen, sollte es stets transparente Teilnahmebedingungen geben. Angaben im „Kleingedruckten“ sind zulässig, müssen aber klar und eindeutig, etwa mit einem Sternchenhinweis, gekennzeichnet sein.

Findet sich die Werbung im Zusammenhang mit Produktangeboten, muss deutlich werden, dass die Teilnahme auch ohne den Kauf eines Produkts erfolgt. Dafür reicht unter Umständen nicht einmal der Hinweis: „Kein Kaufzwang“.

Wichtig: Die Bedingungen müssen vor dem Entschluss des Verbrauchers an der Teilnahme gelesen werden können. Wird der Verbraucher zur unmittelbaren Teilnahme („Rufen Sie an“) aufgefordert, müssen die Bedingungen mit abgedruckt sein. Wird der Verbraucher nur zur Teilnahme, etwa auf der Homepage des Unternehmens, aufgefordert, können die Hinweise dort noch gegeben werden, auch wenn die Teilnahmeaufforderung außerhalb des Internets erfolgt.

Darf ich mit meinen Produkten Jetons für ein Casino verschenken?

Es ist besondere Vorsicht  geboten, wenn Produkte im Zusammenhang mit einer Aufforderung zum öffentlichen Glücksspiel, etwa in einem Casino, angeboten werden. Denn § 5 Glücksspielstaatsvertrag setzt der Werbung für Glücksspiele enge Grenzen. Die Werbung

  • muss auf Information und Aufklärung über die Möglichkeit zum Glücksspiel beschränkt sein,
  • darf nicht zum Glücksspiel auffordern, anreizen oder ermuntern,
  • muss einen Hinweis enthalten, dass Zutritt zum und Teilnahme am Glücksspiel erst ab 18 Jahren gestattet sind,
  • Hinweise zur Suchtgefahr und Hilfsmöglichkeit enthalten,
  • darf nicht im Fernsehen, Internet oder über Telekommunikationsanlagen erfolgen.

Weil ein unzulässiger Anreiz in diesem Sinne geschaffen wird, dürfte es unzulässig sein, als Zugabe zu einem Produkt Jetons für ein Spielcasino dazuzugeben.