Bravo: Spiesser gewinnt gegen Bauer

Neid und Missgunst allerorten: Einen regelrechten Kleinkrieg liefern sich seit einiger Zeit der Bauer Verlag, bekanntlich Verleger der „Bravo“, und ein kleiner Verlag aus Dresden, der das kostenlose, alle zwei Monate erscheinende, Jugendmagazin „Spiesser“ verlegt.

Zunächst stritt man sich über die Äußerung „Scheiß Bauer-Verlag“ auf spiesser.de, dann wehrte sich der Bauer-Verlag gegen die kostenlose Verteilung des „Spiesser“ an Schulen. Jetzt streiten die Kontrahenten zum wiederholten Mal um Auflagenzahlen und die Werbung damit.

„Spiesser“ behauptete eine Auflage von über 750.000 Exemplaren. Das ließ Bauer vor Neid erblassen – hat doch Bravo nur eine Auflage von knapp 400.000. Bauer klagte beim Landgericht Hamburg , und zwar mit dem Argument, die Angabe der Auflage sei bei „Spiesser“ deshalb irreführend, weil gar nicht überprüft werden könne, ob die Hefte an Schulen tatsächlich ausgelegt würden und damit die Empfänger erreichten. „Spiesser“ berief auf die Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW).

Das Landgericht Hamburg gab „Spiesser“ jetzt, wie SPIEGEL ONLINE berichtet, recht. Es sieht in den Zahlen keine den Wettbewerb beeinträchtigende Irreführung. Die Auflagenzahlen seien nicht für Leser, sondern nur für potentielle Werbekunden interessant. Diese könnten die Zahlen indes einordnen und wüssten, dass es bei Gratiszeitungen Messungenauigkeiten gebe.

UPDATE (8. August 2011): Der Bauer-Verlag ist nicht in Berufung gegangen, so dass das Urteil rechtskräftig ist.

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